Vollblutarabergestüt
Hardyna
Gestüt

Schwarze Schönheit

Die Araberzucht von Raimund Wöhr

Beauty Is Black

"Die Farbe Schwarz fasziniert mich, seit ich denken kann." Während wir reden, liegen Raimunds Augen auf seiner Herde, die am anderen Ende der Weide grast. Mein Vater hatte mit dem Züchten von Pferden begonnen. Ende der Achtziger übernahm er die Zucht von ihm, unterstützt von seiner Schwester Karola.

Der erste Schritt zur Zucht der Rappfarbe war 1988 der Kauf der Gharib-Tochter Sama. Gezüchtet wurden zunächst Vollblutaraber polnisch-russisch-ägyptischer Linien. Erst nach einigen Jahren begann das Gestüt Hardyna auf reine ägypter umzustellen.

Benannt ist das Gestüt aber - trotz der Faszination für das Schwarz - nach der Dunkelfuchs-Stute Hardyna, die Karola Wöhr gehört. Raimund erzählt, was die Stute beiden bedeutet: "Hardynas Vater hatte sich bei einer Jagd unter mir den Fuß gebrochen und ich schwor mir, sein letztes Fohlen zu behalten – egal, was es sein sollte."

Ziel der Zucht war neben der faszinierenden Farbe immer ein gut zu reitendes Vollblutpferd, angenehm im Umgang und mit dem, für den Araber typischen sanften, dem Menschen zugewandten Wesen.

"Den Weg zu den Schauen habe ich dabei eher aus Neugier eingeschlagen." Trotzdem sieht man ihm den Stolz an, wenn er davon spricht, dass seine Jährlingsstute Har Mary Nour in Frankfurt 2007 Reservechampionesse wurde. Und davon, dass seine Pferde längst in internationalen Araberzuchten, z.B. in Ägypten zu finden sind.

"Am aller wohlsten fühle ich selbst mich aber hier." Dabei macht Raimund eine Geste Richtung Wiese. Das kann man verstehen. Und ein bisschen neidisch werden kann man auch – auf diese friedliche, entspannte Herde schöner Stuten mit ihren Fohlen und ihrem Hengst, der im Herdenverband läuft. Sie leben, wie Pferde leben möchten – immer noch selten genug.

Bevor ich diese "Insel" wieder verlasse, beobachte ich noch wie Karola und Raimund den Hengst Pasha Sharim zu einer Fremdstute führen, und wie er diese am langen Zügel an der Hand deckt. Es beeindruckt mich, wie das alles in völliger Ruhe und Natürlichkeit geschieht. Das habe ich schon ganz anders gesehen.

So kann "schwarze Schönheit" entstehen.

Text von Sabine Heimen